Tutorial: Grundrisse und Übersichten mit GIMP optimieren


Hinweise für schöne Aufnahmen von Grundrissen und Übersichten findest du im übergeordneten Artikel Grundrisse und Übersichten erstellen und zuschneiden.


Schwierigkeitsgrad der Tutorials : leicht, Grundkenntnisse im Umgang mit Gimp sind von Vorteil; erstellt mit Gimp 2.8.0
Relevante Tasten für Tastenkürzel (Linksklick zum Vergrößern):

Gimp ist ein kostenloses Grafikprogramm zum Bearbeitung von Pixelgrafiken mit den gängigen Endungen .tif, .jpg, .gif oder .png. Es kann von der offiziellen Projektseite oder als portable app (engl. für transportable Anwendung) heruntergeladen werden. Als portable app installiert sich das Programm nicht wie üblich in das Betriebssystem, sondern wird ausschließlich im Arbeitsspeicher gestartet.

Dieses Tutorial behandelt zwei voneinander unabhängige Arbeitsschritte:

Inhalte entzerren, begradigen und bildfüllend ausrichten

1. Hilflinien für die Orienierung

Öffne dein Bildschirmfoto. Um bei den Bildkorrekturen eine geeignete Orientierung zu haben, erzeugst du zunächst Hilfslinien. Dafür blendest du die Lineale in deinem Bildfenster ein über Menü Ansicht > Lineale anzeigen (Tastenkürzel Umschalt+STRG+R). Mit einem Linksklick und gehaltener Maustaste kannst du aus den Linealen heraus die Hilfslinien in dein Bild ziehen. Platziere sie so, dass sie die unteren Enden deiner linken und rechten Außenwand berühren. Da mein Haus einen Fassadensprung aufweist, zeichne ich links zwei Hilflinien. Sie sind als blau-schwarze Strichellinie zu erkennen:

Stören dich die eingezeichneten Hilfslinien später, kannst du den Haken im Menü Ansicht > Hilfslinien anzeigen (Tastenkürzel Umschalt+STRG+T) durch Linksklick entfernen. So kannst du sie aus- und auch wieder einblenden.
Du kannst sie aber auch mit Linksklick und gedrückter Maustaste wieder in die Lineale zurückschieben und damit entfernen. Wähle dafür zuvor das Verschieben-Werkzeug aus:

2. Rotationen beheben

Hat sich doch eine Rotation in dein Bild geschlichen - der ganze Grundriss liegt also gedreht und nicht parallel zur Unterkante - kannst du ihn zunächst rotieren. Wähle im Werkzeugkasten das Werkzeug Drehen:

Mit Linksklick und gedrückter Maustaste kannst du dein Bild mit wischenden Bewegungen rotieren:

Sobald die untere Hauswand parallel zur Bildkante liegt, bestätige die Rotation.

3. Perspektivische Verzerrung beheben

Verfolgst du die Hilfslinien nach oben, ist erkennbar, dass die Mauern sich zur Bildmitte verjüngen (verengen). Je nachdem mit wieviel Sorgfalt du die Kamera für die Aufnahme ausgerichtet hast, kann dieser Effekt wesentlich deutlicher ausfallen. Um ihn auszumerzen wählst du das Werkzeug Perspektive:

Linksklicke und wische mit gedrückter linker Maustaste über das Bild oder ziehe an den Quadraten in den Ecken. Achte darauf, dass die obere Bildkante nicht verzogen wird und das Bild nur oben über den linken und rechten Rand hinaus verzogen wird. Ziel ist es, linke und rechte Außenwand parallel zu den blau-schwarz gestrichelten Hilfslinnien auszurichten. Die gelb-schwarze Strichelung entspricht der Leinwand und zeigt dir den von dir erzeugten Überstand an:

Bist du mit dem Ergebnis zufrieden, bestätige die perspektivische Transformation entsprechend.

4. Bildausschnitt festlegen

Um den Grundriss nun noch bildfüllen zeigen zu können, schneiden wir ihn auf seine Außenmauern zu. Wähle aus dem Werkzeugkasten das Werkzeug Zuschneiden:

Strebst du ein vorgebebenes Seitenverhältnis an, kannst du dies in den Werkzeugeinstellungen festlegen. Ich entscheide mich für 4:3 um das typische Präsentationsformat von 800x600 Pixeln zu erhalten:

Linksklicke und ziehe mit gehaltener Maustaste deine Auswahl auf. Das vorgegebenen Seitenverhältnis sorgt automatisch für die korrekte Proportion von Breite zu Höhe. Du kannst die Auswahl jederzeit loslassen und sie dennoch weiterhin an deine Bedürfnisse anpassen. Mit einem gehaltenen Linksklick kann die Auswahl an den Ecken weiterhin durch Ziehen und Schieben vergrößert bzw. verkleinert werden. Mit gehaltenem Linksklick in die Mitte des Zuschnitts kann dieser verschoben werden. Manipuliere den Zuschnitt so lange, bis entweder linke und rechte oder obere und untere Außenwand den Zuschnittrand (schwarz-weiße Strichellinie) berühren:

Vergewissere dich in den Werkzeugeinstellungen unter Größe, dass deine Auswahl auch genügend Pixel für deine angestrebte Bildgröße enthält. Ein kurzer Linksklick auf das Bild setzt den Zuschnitt um und entfernt die überstehenden Ränder.

5. Bildgröße festlegen

Über das Menü Bild > Bild skalieren legst du die endgültige Größe deines Bildes fest:

6. Export für das Web

Möchtest du dein Bild außerdem in einem gängigen Internetformat (.jpg oder .gif) speichern, öffnest du über Menü Datei > Exportieren den Export-Dialog. Hier legst du Speicherort und -Namen fest. Am unteren linken Rand dieses Dialogs kannst du Angaben zum Dateityp aufklappen. Hier wählst du für Bilder mit großen Fotoanteilen das .jpg-Format und bestätigst alles über Exportieren:

Die Optimierung des Grundrisses ist abgeschlossen:

Unerwünschte Bildinhalte mit einer Ebenenmaske ausblenden

1. Bild zuschneiden

Öffne deine Raumübersicht und schneide deinen Bildausschnitt zu (siehe oben 5. Bildausschnitt festlegen):

2. Auswahl erstellen

Wähle aus dem Werkzeugkasten das Werkzeug freie Auswahl.

Über die linke Maustaste hast du nun zwei Möglichkeiten eine Auswahl zu erstellen: Hälst du die linke Maustaste gedrückt, kannst du mit Mausbewegungen freihändig eine Markierungslinie zeichnen. Klickst du hingegen an verschiedene Stellen im Bild, wird jeder neue Klickpunkt durch eine Gerade mit dem vorherigen Klickpunkt verbunden. Da die Wände auf unseren Raumaufsichten immer aus geraden Linien bestehen, werden wir die Auswahl mit Klicks entlang der Eckpunkte erstellen. Am Ende verbindest du die Auswahl mit dem Startpunkt und schließt sie so. Du kannst auch den letzten Punkt doppelklicken, was die Auswahl automatisch mit einer Verbindung zum Startpunkt schließt:

Misslingt dir die Auswahl, kannst du sie über das Menü Auswahl > Nichts (oder besser mit den Tastenkürzel STRG+Umschalt+A) löschen und einen nächsten Versuch starten. Ist die Auswahl noch nicht geschlossen, kannst du den Vorgang auch mit Escape (Esc) abbrechen.

Hier ist die Auswahl fertig gestellt. Sie wird durch eine schwarz-weiße Strichellinie markiert:

3. Ebenenmaske einfügen

Rechtsklicke in der Ebenenpalette auf die Bildebene und wähle Ebenenmaske hinzufügen (oder wähle im Menü Ebene > Maske > Ebenenmaske hinzufügen):

Der Dialog fragt dich nach der Basis für die Ebenenmaske. Wir möchten sie mit unserer Auswahl initialisieren:

Der raumumgebende Bildinhalt wird ausgeblendet, ist aber nicht verloren:

Sollen die ausgeblendeten Bereiche später wieder sichtbar gemacht werden, kann mit Rechtsklick auf die Ebene in der Ebenenpalette die Ebenenmaske einfach wieder entfernt werden.

4. Hintergrundfarbe festlegen

Lösche zunächst die Auswahl mit dem Tastenkürzel STRG+Umschalt+A (oder Menü Auswahl > Nichts). Füge dann mit einem Rechtsklick auf die Ebene in der Ebenenpalette über den entsprechenden Menüpunkt eine neue Ebene ein oder klicke unten links in der Ebenenpaltte die neue Ebene an:

Im Dialog kannst du dich gleich für einen weißen Hintergrund entscheiden:

Die neue Ebene erscheint in der Stapelreihenfolge oberhalb der zuvor markierten Ebene. Ziehe nun noch die neue weiße Ebene in der Ebenenpalette mit gedrückter linker Maustaste unter die Bildebene:

Die neue weißte Ebene liegt nun unterhalb deiner Inhaltsebene:

Damit verdeckt die weiße Fläche der neuen Ebene auch nicht mehr dein Bild, sondern scheint nur noch an den transparenten Stellen durch. Das Bild sieht nun so aus:

5. Bilgröße festlegen und Export für das Web

siehe 5. Bildgröße festlegen und 6. Export für das Web

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